17.1.2026
Der Frauenbund Nidwalden kennt die Tradition, unter dem Titel «Fäden ziehen» alle zwei Jahre einen Abend mit einem aktuellen Thema zu organisieren.
Damit die Informationsfäden nicht nur im übertragenen Sinn zusammengetragen und vermittelt werden, wird den anwesenden Mitgliedern jeweils auch ein Käsefondue serviert.
Bereitschaft zum frühen Engagement
Berta Christen-Waser, die Präsidentin des Frauenbunds Nidwalden, und ihre vier Vorstandskolleginnen wollten dieses Jahr wissen, warum auch in Nidwalden junge
Menschen bereit sind politische Ämter zu bekleiden, und luden deshalb mit der Dallenwilerin Rebekka Zulian und dem Ennetbürger Mario Röthlisberger die jüngsten
Gemeindepräsidenten nach Beckenried ein. Damit die Chemie stimmte, leitete mit dem Hergiswiler János Bucher ein ebenfalls junger Moderator das Podium.
Der 33-jährige Mario Röthlisberger betätigte sich schon vor 17 Jahren politisch: «In der Schule hatte ich grosses Interesse am Geschichtsunterricht, gründete in der Oberstufe einen Schülerrat und nahm dreimal in Bern an der eidgenössischen Jugendsession teil.» Weitere Stationen waren das Präsidium der Jungen CVP Nidwalden, Vorstandsmitglied der CVP Schweiz, Präsident der Mitte Nidwalden, Gemeinderat in Ennetbürgen, Landrat und seit zwei Jahren Gemeindepräsident in Ennetbürgen.
Rebekka Zulian war 24-jährig, als sie erstmals ein politisches Amt bekleidete. «Es war vor allem Neugierde, denn ich wollte wissen, was ich im Gemeinderat bewirken könnte», begründet sie ihren Entscheid und fügt bei, als Präsidentin habe sie nun die Motivation, Dallenwil mit gesundem Menschenverstand zum Nutzen von allen zu führen. Die Mutter von zwei kleinen Kindern bewirbt sich im März auch für einen Landratssitz.
János Bucher hat zwar noch keine politische Erfahrung, hat sich aber schon früh in seiner Gemeinde in zahlreichen Vereinen und Organisationen engagiert. Als Finanzvorstand und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Krienser Firma Neoviso ist er beruflich stark absorbiert, präsidiert aber beispielsweise in der Freizeit bis Ende dieser Saison den FC Hergiswil.
Mit Mut und Stolz
János Bucher stellte beiden Podiumsteilnehmern die gleichen Fragen. Das Publikum im Saal erfuhr unter anderem, dass sich Rebekka Zulian in ihrer Position dank der Unterstützung durch ihren Mann und ihre Familie wohl fühle, auch wenn Themen wie das Bau- und Zonenreglement sehr komplex und zeitintensiv seien. Da brauche es eine akribische Einarbeitung. Weil sie den Leuten gern zuhöre, sei es ihr zum Beispiel gelungen, ein Problem mit einem Mitarbeiter zu lösen. Für die Zusammenarbeit
zwischen den Generationen wünscht sie sich Toleranz, Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen. So könne man von der Gelassenheit, Erfahrung und Weitsicht der Älteren lernen.
Auch für Mario Röthlisberger gehören Diskussionen und Versammlungen zum Bau- und Zonenreglement zu den anspruchsvollsten Geschäften einer Gemeinde. Er liebt seine Arbeit, auch wenn es ihm manchmal schwerfällt, ständig eine öffentliche Person zu sein. Und auch er kennt die Herausforderung, sich als junger Menschbei älteren Mitbürgern durchzusetzen und ist froh, wenn er Hilfe von erfahrenen Ratskollegen bekommt. Für das Zusammenleben der Generationen empfiehlt er gegenseitiges Verständnis, Offenheit, Vertrauen und Respekt.
Eine weitere Übereinstimmung fand sich bei der Schlussfrage: «Was rät ihr einem jungen Menschen, der sich politisch engagieren möchte?» Rebekka Zulian antwortete: «Trau dich, Verantwortung zu übernehmen!», und Mario Röthlisberger empfahl: «Einfach machen!»
16.01.2026 / Rafael Schneuwly
Link zum Bericht: Dallenwil und Ennetbürgen: Politisches Engagement von jungen Menschen diskutiert
