29.9.2026
Dem Spital Nidwalden stehen wichtige Weichenstellungen bevor. So strebt die LUKS Gruppe an, Funktionen und Personal zu zentralisieren. Zugleich soll das Spital an einer anderen Lage neue Räumlichkeiten beziehen. Derzeit läuft die Evaluation von möglichen neuen Standorten. Schliesslich zeichnen sich für das Spital Nidwalden zunehmend finanzielle Herausforderungen ab. Bereits an der letzten Sitzung des Landrats beantwortete der Regierungsrat Fragen zur Zukunft des Spitals. Die Mitte-Landräte Christof Gerig (Oberdorf) und Mario Röthlisberger (Ennetbürgen)zeigen sich mit den Stellungnahmen jedoch nicht zufrieden. «Der Regierungsrat äusserte sich nur sehr vage zu zentralen Themen», betont Christof Gerig. Er vermisste klare Aussagen zum zukünftigen Standort, zur strategischen Ausrichtung sowie zu den finanziellen und personellen Herausforderungen. Mario Röthlisberger ergänzt: «Für den Kanton Nidwalden ist das Zeitfenster eng, um seine Interessen wirksam einzubringen und nicht vor vollendete Tatsachengestellt zu werden.»
Dringende Fragen an den Regierungsrat
Die beiden Landräte sehen Handlungsbedarf und haben daher eine Interpellation eingereicht. Sie wollen vom Regierungsrat unter anderem wissen, ob der Kanton Nidwalden seine Interessen mit den bestehenden Verträgen ausreichend zur Geltung bringen kann. Weiter betrachten sie die Finanzen des Spitals mit Sorge: Der seit der Fusion mit dem Kantonsspital Luzern massiv gestiegene Sachaufwand sowie das Finanzierungssystem in der LUKS Gruppe gelte es einer Prüfung zu unterziehen. Auch die Anstellungsverhältnisse der Spitalmitarbeitenden seien genau zu beobachten. Die gegenwärtigen Verträge sehen vor, dass das Personal vom Spital Nidwalden angestellt wird. Daher werfen Christof Gerig und Mario Röthlisberger in ihrem Vorstoss die Frage auf, wie die geplante Zentralisierung in der LUKS Gruppe zu beurteilen ist. «Bei den Mitarbeitenden besteht eine grosse Unsicherheit, wie sich das Spital als Arbeitgeber entwickelt», hält Mario Röthlisberger fest. «Zudem soll die Bevölkerung weiterhin von einer guten Grundversorgung in Nidwalden profitieren können», fügt Christof Gerig hinzu.
Hausaufgaben angehen
Damit das Spital Nidwalden für die Mitarbeitenden sowie die Bevölkerung attraktiv bleibe, müsse die Politik heute ihre Hausaufgaben machen. Mit ihrem Vorstoss wollen Christof Gerig und Mario Röthlisberger zusätzliche Transparenz schaffen und die zuständigen Stellen zum raschen Handeln bewegen. Deshalb beantragen sie, die Interpellation für dringlich zu erklären. Falls der Landrat dem Antrag auf Dringlichkeit zustimmt, muss der Regierungsrat seine Antworten innerhalb von zwei Monaten unterbreiten.
Hier geht's zum Vorstoss: Parlamentarische Vorstösse. Interpellation von Landrat Christof Gerig, Oberdorf, und Mitunterzeichnende betreffend Spital Nidwalden AG - wie weiter? | Kanton Nidwalden Online
